7-mein erster tag zurück

7-mein erster tag zurück

mein erster tag zurück im salon

 

uiuiui… spannend spannend.

 

gestern war mein erster tag im salon nach über 6wochen. solang glaub ich hatte ich noch nie frei….

in der früh war ich aufgeregt wie am geburtstagsmorgen bevor ich in die schule zu meinen freunden gekommen bin.  das war immer so schön, wenn alle da waren und du dann die hauptperson für diesen tag warst. ganz hippelig, nervös und aufgeregt.

gut das ich zumindest am montag schon das haareschneiden geübt hab, denn mich, heut morgen im bad, hättest du nicht sehen wollen. gefühlte 1000mal hab ich versucht meine eigenen haare zu stylen, ohne erfolg. ich war schon kurz vor rumpelstilzchen, so genervt hat mich das. doch irgendwann musste ich so über mich selber lachen, hab dann zwei-, drei-mal durchgeatmet u endlich hat’s geklappt. wäre ja gelacht, wenn ich meine eigenen haare nicht mehr zu bändigen bekäme.

hmm, wenn ich so drüber nachdenk, ist mein letzter persönlicher friseurtermin im september gewesen, dass ist dann doch schon ein weilchen her. und es wird auch noch ein weilchen dauern, bis es mir selber möglich ist einen termin auszumachen. zum glück sind meine haare ja wirklich pflegeleicht und werden in der arbeit meist eh im dutt verschwinden.

beim wimpern tuschen ging’s dann weiter. irgendwie hab ich wohl bei einem meiner letzten besuche im salon den pumuckl mit eingeschleppt. der war natürlich die letzten wochen auch allein u hatte daher eine menge schabernack im sinn.  im salonalltag ist das ja schon mal ganz nett, wenn der so hin und wieder sein unwesen treibt, doch an diesem morgen, war das alles andre als amüsant. zumindest für mich.

jetzt ist mein spiegelschrank echt nicht groß… doch die wimperntusche war einfach nicht zu finden. ich hab meine make-up sachen ja die ganze zeit über nicht gebraucht. war eigentlich auch mal ganz schön.

doch da war ich dann kurz davor ungeschminkt in die arbeit zu fahren, da mehr wie augen schminken mit maskenpflicht, ja eh unsinnig wäre. da hatte der kleine kobold dann doch erbarmen mit mir u schwuppdiwupp, da war meine mascara.

meine beiden katers fanden mein benehmen auch etwas seltsam u saßen in gebührendem sicherheitsabstand da u sahen sich mein treiben an. so viel aufruhr gabs die letzen wochen natürlich nicht. da werden die beiden herrn erst mal nicht so glücklich drüber sein. die morgendlichen kuschelstunden oder auch die clickertraining einheiten werden nun definitiv wieder kürzer ausfallen. ich glaub grad auch für unsere haustiere ist das schon ein großer wechsel, wenn du erst wochenlang 24std da bist u dann eben nur wieder morgens und abends. ich persönlich hab ja das glück mittags heim fahren zu können. naja, hilft ja nix.

obwohl die letzte zeit schon auch sehr schön war. das wetter hats da ja echt gut mit mir gemeint. ich habe so gut wie nur auf dem balkon gewohnt oder zu den abendstunden dann im wintergarten. mal so richtig zeit zum meditieren, lesen, putzen, basteln, blöd schauen, katers bespaßen und natürlich auch für weiterbildung. das war schon recht genial. einfach mal den ganzen wahnsinn vor der tür lassen und nur im hier und jetzt leben. hat schon auch was für sich und ich hätte mich da jetzt schon dran gewöhnen können. so wenig langweilig, wie in der ausgangsbeschränkung war mir noch nie. war echt eine schöne erfahrung. ganz für mich, total entschleunigt.

ruhe, stille, fiedern…herrlich.

meine bankkonten durfte ich da natürlich nicht anschauen. das war dann eher von monatswechsel zu monatswechsel grusliger und grusliger und daher bin ich schon auch froh wieder in den salon zu können.

und als ich dann eben am montag schon meiner kollegin die haare geschnitten hab, hats mich ja schon wieder gekitzelt in den fingern und ich hab mir so für mich gedacht, dass mir das schon auch sehr gefehlt hat. nur eben diese ganzen maßnahmen und auflagen…ich sag’s da, echt kein vergnügen.

also gut, ich nun dem nervenzusammenbruch mit meinem eigenen styling und den frotzeleien des pumuckels getrotzt, hab ich mich aufgemacht in den salon. mit großer vorfreude und auch einem gedämpften gefühl, ob das denn nun alles so klappt, wie wir uns das zusammen gebastelt haben die letzten tage. wir waren sehr kreativ und ein super team. ist schon schön, sich so zu ergänzen und gleich zu ticken.

und glatt beim reingehen in den laden erst mal den mundschutz vergessen. ich also handtasche auf und mundschutz an. dann noch ein paar kleinigkeiten angepasst und schon hat mein erster gast geklopft.

den hätte ich gleich gar nicht erkannt, maske, lange haare, brille und auch die stimme klingt ja etwas anders mit dem teil vorm gesicht. ich musst dann schon über mich schmunzeln. es ist eine umstellung, da doch so viel mimik verloren geht und das doch bei einem gespräch viel ausmacht. grade bei so manchen gästen ergeben sich immer mal spaßige neckereien, da wäre der gesichtsausdruck eigentlich das tüpfelchen auf dem i. das fehlt nun.

dann begrüßung erst mal mit handdesinfektion und anschließend einem fragenkatalog über seine gesundheit, den datenschutz und das natürlich alles feinst säuberlich dokumentiert. was für ein zinnober.

ich muss aber sagen, es waren echt alle super entspannt und haben sich auch alle an die regeln gehalten. auch gabs bis jetzt noch keine großartigen do-it-yourself überraschungen. doch einige geschichten wurden mir schon erzählt über arbeitskollegen oder bekannte. sehr amüsant und mein beileid an die kollegen, die das ausbaden müssen. der zeitaufwand bei jedem gast hat sich durch die zusatzarbeiten von datenerfassen und hygienekonzept schon drastisch verändert und bis zur mittagspause war ich dann nicht mehr so gut gelaunt und auch überhaupt nicht mehr in meiner mitte, geschweige denn in meinem zeitplan.

ich hatte zunehmend mit der atmung zu kämpfen. meine brustbereich wurde immer enger und ich hab einen starken druck auf der brust verspürt. dünne luft unter dem ding. also erst mal meine maske aus der apotheke mit filter gegen eine einwegmaske getauscht, das war dann schon viel besser. und dann hab ich weiter rumexperimentiert, wie ich diese am besten kleben, biegen usw. kann, dass alles bedeckt ist und ich aber luft bekomme. das wird auf jeden fall noch eine herausforderung die nächste zeit. ich dann wie in der snickers werbung- die diva in person und luftleer, kurz vorm wutausbruch, höchste zeit für die mittagspause. zum glück.

maske runter und erst mal heim zum essen. raus auf meinen gewohnten platz am balkon und erst mal lecker spargel und tief und bewusst atmen. frische luft, draußen ohne maske. das war eine wohltat. ich glaub ich hab in der stunde pause nur bewusst und tief geatmet, um alles mit sauerstoff auf vorrat zu füllen, wenn dies auch nicht möglich ist. danach gings mir deutlich besser und dann wars eh schon wieder zeit für den salon.

aufs radl, natürlich weiter mit voller atmung und zurück. am nachmittag hab ich mir dann öfter mal kurze atempausen vor der tür gegönnt um sauerstoff zu tanken, ohne maske. wie sozusagen kleine raucherpausen. selber ausrauchen von der ansammlung von kohlendioxid unter der maske und wieder frischen sauerstoff einatmen. herrlich.

im großen und ganzen war der neustart, ok und alle happy.

leider ist arbeiten nicht ganz so erfüllend bzw. lässt mein kreatives herz etwas traurig werden, wenn es um neue frisuren geht. ich fühle meine schnitte und es ist ein zusammenspiel von gelerntem, jahrelangem training, erfahrung und eben meinem gefühl und da ist die maske an meinen gästen echt ein harter brocken. da kreier ich einen vollkommen neuen schnitt und dieses ding im gesicht versperrt mir das gesamt kunstwerk. das gesicht des gastes ist doch auch mit das a und o zum haarschnitt. das macht doch erst den look perfekt. proportionen, von stirn, nase, mund oder augen, wangenknochen oder die form von stirn und kinn sind wichtige punkte bei der gesamten gestaltung eines haarschnitts. dies ist grad eher schlecht zu sehen mit einem mundschutz und hinterlässt ein unbefriedigendes gefühl.

das ist ja grad das besondere für mich an meinem beruf, zu sehen wie unter meinen händen ein typ entsteht. wie du selber im spiegel mit beobachten kannst, wie sich dein ganzer ausdruck verändert, weil da die haare kürzer werden, dort die stufung neu gesetzt oder durch farbe alles noch perfekt in szene gesetzt wird. du kannst mitverfolgen, wie durch meine arbeit aus dir und deinen haaren eine perfekte harmonie wird.

ich sehe jeden tag, genau genommen alle paar stunden was ich erschaffe und wie ich durch mein können positiv gestalten und herausarbeiten kann. das ist für mich immer das größte.

nun muss ich mich halt für die nächste zeit dran gewöhnen, eure gesichter mit euren top frisuren nicht komplett zu sehen. das ist für mich ein bisschen schade, doch ich darf zumindest überhaupt wieder arbeiten. das ist wahrlich schon ein geschenk.

mal sehn wie es so weiter geht und was dieses jahr noch bringt.

in diesem sinn, halte durch und bleib gesund

 

schreibt mir gerne in die kommentare, was deine erfahrungen sind oder was du gerne noch genauer wissen wollen würdest und folge mir auch auf facebook oder instagram

 

stylische grüße

 

deine kerstin

 

 

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